Steaks grillen ist eine Wissenschaft für sich. Wie macht man eigentlich das absolut perfekte Steak? Meine Antwort: Keine Ahnung,
jeder hat wahrscheinlich eine andere Methode, jetzt nutzt andere Geräte. Es gibt so wahnsinnig viele Möglichkeiten ein Steak zu grillen, man kann Sous Vide Geräte benutzen um das Fleisch vor dem Grillen zu temperieren, man kann Infrarot-Oberhitzegrills wie zum Beispiel einen Beefer oder einen WeGrill benutzen oder man kann auch einfach des Steak nach der „Caveman-Methode“ auf die glühenden Kohlen schmeißen.

Ich möchte hier auf die einfachste Art eingehen ein Steak zu grillen. Benutzt werden ganz normale Grills, zum einen ein Weber Spirit Gasgrill oder ein einfacher Weber Kugelgrill. Von Vorteil ist definitiv noch ein Fleischthermometer um die Kerntemperatur im Auge zu behalten.

 

Vorbereitung

Die Vorbereitungen fallen bei Steaks nicht so groß aus. Egal ob Gasgrill oder Holzkohlegrill steht erstmal das Aufheizen auf dem Programm.

Bei meinem Gasgrill wird mit allen Brennern auf Vollgas der gusseiserne Grillrost vorgeheizt bis laut Deckelthermometer eine Temperatur von ca. 350 Grad erreicht ist. Das ganze dauert ca. 20 Minuten. Ist der Grill aufgeheizt wird der Gussrost noch kurz abgebürstet und schon ist der Grill bereit.

Beim Kugelgrill lasse ich immer einen komplett gefüllten Anzündkamin mit Holzkohle durchglühen und fülle diesen in meine zwei Kohlekörbe. Die Kohlekörbe werden mittig im Kugelgrill platziert. Holzkohlebriketts können natürlich auch verwendet werden ich empfehle allerdings immer normale Holzkohle, da diese eine wesentlich größere Hitze produziert. Am Kugelgrill wird jetzt der Deckel geschlossen und der Rost kann auch noch wenige Minuten aufheizen.

Beim eigentlichen Star der Veranstaltung, dem Steak gibt es eigentlich nichts besonderes vorzubereiten. Die Scheiben sollten nach Möglichkeit nicht zu dünn geschnitten sein sonst wird es schwierig ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Ich lege die Steaks etwas eine Stunde vorm Grillen aus dem Kühlschrank, dass diese Raumtemperatur annehmen und nicht eiskalt auf den Grill kommen. Gewürzt wird das Fleisch erst später.

 

Grillen

Nun kann es auch schon losgehen mit dem eigentlichen Grillen. Das Steak wird auf den gut aufgeheizten Rost aufgelegt und 90 Sekunden lang nicht bewegt. Der Deckel des Grills wird geschlossen. Beim Kugelgrill würde das Steak jetzt direkt in der Mitte über dem GBS Einsatz liegen da darunter die zwei Kohlkörbe stehen. Steaks werden so heiß wie möglich direkt gegrillt.

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Steak wird aufgelegt und 90 Sekunden nicht bewegt

Nach den 90 Sekunden wird der Grill geöffnet und das Steak um ca. 90 Grad gedreht. Das drehen ist einfach nur um ein schönes Branding zu erhalten und die Krustenfläche etwas zu vergrößern. Nach der Drehung wird der Deckel wieder geschlossen und das Steak wird wieder für 90 Sekunden nicht bewegt.

Ich habe für das Beispiel Bilder von einem Flanksteak genommen, hier kann man die Drehungen relativ gut erkennen.

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Steak wird nach 90 Sekunden um 90 Grad gedreht

 

Nach den erneuten 90 Sekunden wird das Steak nun auf die Rückseite gedreht um auch dieser Seite ein Branding zu verpassen. Wieder 90 Sekunden liegen lassen ohne zu bewegen und den Deckel schließen.

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Steak wird nach erneuten 90 Sekunden auf die Rückseite gedreht

 

Nach erneuten 90 Sekunden fehlt uns nur noch eine Drehung.  Bei dieser Drehung lege ich das Steak ganz rechts auf den Grill und schalte den darunter befindlichen Brenner aus. Beim Kugelgrill nehme ich jetzt einen Kohlekorb komplett aus dem Grill raus und platziere das Steak im indirekten Bereich. Unser Branding erhalten wir jetzt auch ohne indirekte Hitze durch den heißen Grillrost.

Flanksteak beim garziehen

Flanksteak beim garziehen

Das Steak kann jetzt im indirekten Bereich bei reduzierter Temperatur bis zur gewünschten Kerntemperatur gezogen werden. Ich bevorzuge in der Regel ca. 54 Grad als Kerntemperatur. Nach der Ruhephase haben wir dann ein Steak mit Gargrad medium.

 

Der Grillvorgang nochmal als Bildergalerie zum einfachen durchklicken:


Steaks auf einem Grill sind einfach traumhaft schön anzusehen

 Ruhephase

Sobald das Steak die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat kommt es vom Grill und darf noch etwas ruhen. Ich lasse das Steak immer auf einem Schneidbrett ein paar Minuten ruhen. Man braucht hier keine Angst zu haben, dass das Steak kalt wird. In den ersten zwei drei Minuten der Ruhephase wird die Kerntemperatur sogar nochmal um ein oder zwei Grad steigen.

Ich nutze die Ruhephase auch immer um mein Steak zu würzen. Gewürzt wird eigentlich nur mit Meersalzkristallen und grob gemahlenem Pfeffer frisch aus der Pfeffermühle.

 

Anschnitt

Der Anschnitt ist wohl der schönste und auch gleich ein spannender Moment beim Steaks grillen. Wie wird der Gargrad sein, wie saftig wird mein Steak sein? Ich schneide meine Steaks immer in schmale Streifen und serviere diese dann auch so. Es braucht bei einem guten Steak weder viele Gewürze noch ein Meer an Beilagen.

 

Fazit

Es gibt mit Sicherheit noch eine Vielzahl anderer Methoden wie man sein persönlich perfektes Steak zubereiten kann. Ich bin mit dieser Methode bisher immer sehr gut gefahren. Hier muss jeder sein eigenes Handling entwickeln mit dem er zufrieden ist. Zu empfehlen ist natürlich noch immer qualitativ hochwertige Produkte zu verwenden, nur so kann man auch hochwertige Ergebnisse erzielen.

Um selbst mal ein bisschen was auszuprobieren habe ich mein persönliches Steak Tasting ins Leben gerufen. Ich teste mich durch verschiedene Steak Cuts, will aber auch Produkte verschiedener Bezugsquellen oder auch verschiedene andere Zubereitungsarten testen. Zum Steak Tasting geht’s hier lang